Claus Penquitt 1 Vigo

Claus Penquitt, Vigoroso„Penquitt weiß, wovon er spricht:

Anders Reiten aber wie?

„Es sollte nach einer anderen Philosophie, so nach dem Motto: „Mit Pferden denken – Pferde lenken“ geritten werden und ferner bei aller wohlüberlegten Präzision Lockerheit, Leichtigkeit und Fröhlichkeit ausstrahlen. Und so entwickelte ich eine Reitlehre speziell für das Freizeitreiten. Dies hieß, frei vom fest vorgeschriebenen Reglement des konventionellen Reitens, das, wie ich meinte, Auswüchse in vielfältiger Art ermöglichte, vor allem solche, die durch missverständliche Vermittlung durch die Lehrkräfte an arglose Schüler entstanden. Es mag einiges besser geworden sein, aber dafür haben wir jetzt die Rollkur. Und geblieben sind so zum Beispiel allzu häufig ständiger zu starker und als normal empfundener Zug an den Zügeln, so auch ständiger körperlicher Druck des Reitenden beim Einsatz der oftmals sehr fraglichen „Hilfengebungen“. Das und vieles mehr machten das damals gelehrte Reiten für den Reiter zum Kraft-“sport“ und für das Pferd zum Wehr-“sport“. Hinzu kamen dann noch auf das Pferd druckverstärkende Hilfszügel und andere Druckmittel, die auch heute noch leider sehr gefragt sind. Hiergegen musste etwas getan werden!

So begann ich vor über zwei Jahrzehnten mit Vorführungen, in denen ich zeigen konnte, dass Reiten auch mit nur kaum merklichen Hilfen möglich war, bei dem mein Pferd völlig ohne Zaumzeug oder andere Hilfsmittel, Zirkel, Volten, fliegende Wechsel, Seitengänge und Stopps aus vollem Galopp ausführte, um anschließend ohne sichtliche Einwirkungen zehn und mehr Schritte rückwärts zu gehen.

Dies alles und vieles mehr sprach sich schnell herum. Wohlgemerkt, diese Vorführungen wurden ohne Zaumzeug oder sonstige Hilfsmittel, und mehr mit gedachten als getanen Hilfen durchgeführt. Auch galoppierte mein Pferd mit mir mit Bravour, durch ein mit einer Papierwand verschlossenes Tor so, dass die Fetzen flogen. Aber auch als Schlussbild der reiterlichen Vorführungen anlässlich des alljährlich stattfindenden Lichterfestes in den hannoverschen Herrenhäuser Schlossgärten und als Einleitung eines Superfeuerwerks, hatte ich mit meinem Pferd eine eigene Feuerwerksshow auf dem Schlossplatz. Hier waren auf einer gedachten Mittellinie für uns anstatt der üblichen Pylonen im Abstand von zehn Schritten kleine Feuerwerkspyramiden aufgestellt. Diese spieen dann etwa acht Meter hohe Goldregenfontänen in den Nachthimmel. Mein Shagya-Araber fand dies offensichtlich wunderschön, denn er zog relativ gelassen (im Gegensatz zu mir) ohne sichtbare Hilfen um jeden dieser feuerspeienden Vulkane Volte für Volte. Anwesende Pressevertreter fanden die Vorführung einmalig sensationell und lobten mein Pferd als Weltklasse.

Nun noch etwas Wichtiges. All diese Schilderungen sollen nicht mir als Lobhudelei in eigener Sache dienen. Sie sollten vielmehr aufzeigen, dass ein unumstößliches Gesetz für jegliches Reiten, eine intelligente intensive Gymnastizierung des Pferdes und die Schulung seiner Psyche ist“.

TEXT. interview claus penquitt anläßlich des VFD Jubileums 2012 / Internetredaktion – Kirsten Raths

 

Der Pocket Guide

Der Pocket Guide aus dem Jahr 2013. Claus meinte witzigerweise Folgendes dazu: Guérinière…. Das ist mein Schwager, du kannst mich alles fragen  😉